Mittwoch, 16. Mai 2018

Johannes Hartl - ein katholisch-charismatischer Verführer?

Da ich keine Abhandlung gefunden habe, die in meinen Augen ausgeglichen und fair ist, möchte ich diese hiermit selbst stellen.

Johannes Hartl ist aktuell einer der beliebtesten Vortragsredner in der christlichen Szene. Wenn man ihn reden hört, so würde man ihn als freikirchlichen oder evangelischen Prediger einstufen. Doch weit gefehlt: Es mag verwundern, wenn man dann hört, dass er katholischer Theologe ist.
Rudolf Ebertshäuser, Hans-Werner Deppe und Michael Kotsch haben lange Artikel darüber geschrieben, dass ihrer Meinung nach Hartl unterschwellig den Katholizismus verteidigt und schmackhaft macht. Abgesehen davon bezeichnet er sich selbst als Charismatiker und die drei Herren sprechen sich ebenfalls stark gegen Charismatik jeglicher Art aus (übrigens bin auch ich selbst weder Katholik noch Charismatiker).

Wenn ich Johannes Hartl nur nach dem beurteile, was er von sich gibt (von dem was ich in den letzten Monaten gehört und gelesen habe), so brennt er für Jesus und es ist ihm ein Herzensanliegen, Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Katholische Inhalte konnte ich keine erkennen. Ich freue mich sehr darüber, dass es Katholiken gibt, die so sehr für Jesus brennen. Wie er unbiblische Praktiken in der katholischen Kirche wie die Marienverehrung oder das Zölibat rechtfertigen kann weiß ich nicht. Darüber habe ich nichts gefunden und es macht für mich auch wenig Sinn, wie man aufgrund dieser und anderer Dinge als Christ guten Gewissens Katholik sein kann. Es wäre interessant, wie er es selbst erklären würde. Bis dahin kann ich ihn nur danach beurteilen, was er von sich gibt und das finde ich biblisch und gut. Zudem habe ich kein Messgerät für den Heiligen Geist und kann nicht Gottes Warte einnehmen, wer nun wirklich wiedergeboren ist und wer nur so scheint, als sei er es.

Bis auf Weiteres finde ich Johannes Hartls Vorträge wertvoll und bedenkenlos weiterzuempfehlen. Nichtsdestotrotz werde ich gewissenhaft darauf achten, ob ich noch irgendwo klar unbiblische Inhalten in seinem Reden entdecken sollte. Bisher habe ich dies nicht.

Was Rudolf Ebertshäuser, Hans-Werner Deppe und Michael Kotsch betrifft, so frage ich mich, ob sie nicht in ein gesetzlich anmutendes Extrem gegangen sind, in dem sie sich so klar gegen Hartl aussprechen. So nach dem Motto: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf." Besonders Ebertshäuser hat sich ja einen Namen gemacht, indem er Pauschalurteile über Musik getroffen hat und einzelne Lieder beurteilt, ob sie für einen Christen geeignet seien oder nicht. So als ob er das letztlich beurteilen könnte und es keine Gewissensentscheidung des einzelnen Christen ist. Das wirkt auf mich sehr eigenartig, wenngleich er ja eigentlich vernünftig wirkt, wenn man einen ganzen Vortrag von ihm anhört. Ich will mich jedoch des Urteilens enthalten, es Gott überlassen und eine Stimme der Vernunft und Ausgeglichenheit sein.



Und noch ein schönes Lied von ihm:


Dienstag, 15. Mai 2018

Mateja Meded stellt sich gegen Religion und Christentum

Ein neuer Artikel in der Zeit schließt mit folgender Aussage:

"Ich würde gern die Heilige Schrift umschreiben: Am Anfang schuf Gott den Mann, und dann, aus seiner Rippe, die Frau. Und da erschien Nebel, und heraus kam noch eine Frau und sie erschuf sich eigenhändig ein Schwert und rammte es Gott in den Bauch und sprach: "Mich hat eine Frau erschaffen und nicht du. Und nun mach Platz und nimm deine Stockholmsyndrom-Frauen mit, denn jetzt kommen wir. Und wir bauen eine neue Welt, die auf Selbstliebe, Empathie und Sensibilität beruht und in der die Natur und die Tiere verehrt werden.""

Es wurde in der Bibel prophezeit, dass einst die Schöpfung mehr als der Schöpfer verehrt werden würde, ebenso wie sich gegen die natürlich Ordnung an sich aufgelehnt und sie verdreht wird (und ich spreche nicht von dem geringen Prozentsatz von homosexuellen Menschen, die laut Wikipedia in Deutschland 3% der Bevölkerung ausmachen). Ob sich die Autorin überhaupt dessen bewusst ist, dass sie genau so schreibt, wie es die Bibel schon seit langem vorhersagt?

Mittwoch, 25. April 2018

egoFM, deutsche Mädchen und Gender Mainstreaming: linksgrün im Radio

Auf dem Großstadtsender egoFM lief heute, am 25.04.2018, von 20-21 Uhr , die Sendung "Die Vermessung der Musik" des Moderators Jörg Seewald unter dem Motto "Deutsche Mädchen", in Anlehnung an das Lied "Deutsche Mädchen" des marrokanischstämmigen Jungen Ilyes Moutaoukkil.
Der Moderator erwähnte mehrmals, wie sehr sich seine drei Töchter darüber echauffiert hätten, wie er denn nur eine Sendung "Deutsche Mädchen" nennen könne. Allein schon was Wort "deutsch" - Grenzen und Nationalitäten wären doch etwas völlig bedeutungsloses. Und dann auch noch "Mädchen". Im Grunde würden wir doch alle mehr oder weniger geschlechtslos geboren werden und dann nur durch die Gesellschaft eine geschlechterspezifische Prägung bekommen.

Ich hätte mir zwar gewünscht, dass das Satire war, aber leider zeigt es nur die Einstellung und den Zeitgeist, den junge Leute in Deutschland eingetrichtert bekommen (während natürlich ausländischstämmige Menschen in Deutschland meist nie und nimmer auf die Idee kämen, solch ein modernes Menschenbild zu übernehmen). An sich ist es auch nicht verkehrt, Nationalitäten kleinzureden und Geschlechtern keine künstlichen Grenzen aufzulegen, wenn man sich doch für etwas wirklich interessieren mag, das dem anderen Geschlecht gesellschaftlich zugerechnet wird. Dennoch stelle ich fest, dass wir hier einen heftigen Extremismus vorliegen haben (manche nennen ihn linksgrün und deren Vertreter SJWs (Social Justice Warriors)). Denn sobald es jemand anders sieht und sowohl die deutsche Kultur als auch gewisse Geschlechterprägungen beibehalten möchte und sie öffentlich für seine Meinung einsteht, so wird er von der jungen Generation automatisch als ewiggestriger Nazi, als engstirniger Fortschrittsfeind klassifiziert. Und das wiederum ist genau das Gegenteil von Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit, ohne dass es die betreffenden Menschen überhaupt merken.

Montag, 2. April 2018

Warum identifizierte Gott in 1. Samuel 14,42 Jonathan als den Schuldigen und nicht Saul? (Theologische Frage des Tages Nr. 7)

Theologische Frage des Tages Nr. 7

Illustration aus Cook, D.C.: The Action Bible,
Eastbourne, 1. Auflage 2010, S. 267 
1. Samuel 14:42 – Warum wurde Jonathan als schuldig identifiziert? War nicht vielmehr Saul schuldig?

Es erscheint doch mehr als komisch, warum Gott das Los auf Jonathan und nicht auf Saul fallen ließ. Wie kann diese Begebenheit diesbzgl. erklärt werden?

Zusammenfassung der Situation: Saul erlegt zunächst dem Volke auf, dass es bis zum Sieg über die Philister nichts essen sollen. Jonathan, der davon nichts mitbekommen hat, isst eine handvoll Honig. Als Saul Gott zu dem weiteren Vorgehen bzgl. der Philister befragt antwortet dieser nicht. Saul befragt daraufhin Gott, wer der Schuldige sei, der sich gegen den Herrn versündigt habe, verbunden mit dem Schwur, dass er denjenigen töten wird, selbst wenn es sein Sohn sei. Durch das Los wird Jonathan als schuldig gekennzeichnet. Saul will ihn töten, das Volk hält ihn jedoch davon ab, da es sich hinter Jonathan stellt, von dem sie sich sicher sind, dass Gott mit ihm ist.

Zitat aus MacDonald: "Kommentar zum AT":
„14,43-46 Jonatan erklärte, was passiert
war, und Saul befahl, um sein Gesicht
zu wahren, ihn zu töten. Aber das Volk
hatte mehr Verstand als ihr König. Hatte
Jonatan nicht mit Gott diesen großen
Sieg errungen? Wie konnte Gott über
ihn böse sein, weil er den Befehl Sauls
missachtet hatte, wo Gott ihn doch so
wunderbar in der Schlacht gebraucht
hatte? Nein, Jonatan sollte nicht sterben.
So wurde dem Helden ein unverdienter
Tod erspart. Aber während Saul
sich mit solch unwichtigem Kleinkram
beschäftigte, flohen die Philister. Zum
zweiten Mal hatte sein Mangel an Weisheit
den Sieg verringert.“
Offensichtlich identifizierte Gott Jonathan als denjenigen, der den Eid brach, nicht als denjenigen, weshalb er nicht antwortete. Dadurch hätte Saul klar werden können, dass es SEINE voreiligen Entscheidungen waren, die zu dem Verlust führten und nicht Jonathans Schuld. Dies erkannte er jedoch nicht – vielmehr wollte er Jonathan töten. Durch das Volk bewahrte Gott Jonathan vor dem Tode.

Sonntag, 25. März 2018

Die Eroberung Jerichos in der Bibel - Mythos oder Geschichte?

Biblischer Jericho-Bericht
Gemäß der Bibel ließ Gott die Mauern Jerichos auf übernatürliche Weise einstürzen, so dass sein auserwähltes Volk diese Stadt bzw. Befestigung dann erobern konnte. Kaum ein biblischer Bericht ist von seiner Historizität umstrittener. Spricht wirklich alles dagegen, dass damals etwas Übernatürliches passierte?

"Ob absichtlich oder nicht - die Bibel irrt. Jericho hat es zur Zeit der angeblichen Schlacht gar nicht gegeben. Der Ort war unbesiedelt. Bis heute gibt es keinen archäologischen Beleg für die Zerstörung der berühmten "Mauern von Jericho" durch Josua im 13. Jahrhundert v. Chr.", so tönt ein Bericht von National Geographic. Stimmt das? Ist das Jericho ein Beispiel für eine märchenhafte Erzählung, die so nie stattgefunden haben kann und für die es keinerlei Indizien in der Archäologie gibt?

In einschlägiger bibelkritischer Literatur, teils auch in Bibelatlanten und -lexika, die auf den ersten Blick eigentlich nicht so wirken, als hätten sie zum Ziel, den Inhalt der Bibel infrage zu stellen, findet man zahlreiche Abhandlungen darüber, dass der Bibelbericht wenig historische Grundlage habe. Als Vorbemerkung sei erwähnt, dass dies seit der Zeit der Aufklärung schon vielfach in Bezug auf Bibelberichte behauptet wurde - oftmals wurde die säkulare Forschung eines Besseren belehrt, z.B. als archäologische Belege für die biblischen Personen Bileam und Belsazar gefunden wurden, die man vorher als eindeutig erfundenes Märchen deklarierte. Könnte es sein, dass es so auch mit dem Bericht über Jericho ist?

In Fritz Rieneckers Lexikon zur Bibel finden wir unter dem Stichwort Jericho z.B. folgende Informationen:
"Andere Forscher, die der konventionellen Chronologie und der Frühdatierung folgen, verweisen auf neue Keramikuntersuchungen, die eine Besiedlung J[ericho]s bis um 1400 v.Chr. belegen sollen. Dann sei J[ericho] durch Erdbeben und Feuer zerstört worden. Man weist auf archäologische Auffälligkeiten hin, die mit der Eroberung J[ericho]s durch Josua in Verbindung gebracht werden könnten. Während ein feindliches Heer gewöhnlich eine Stadt vor der Ernte angriff (um die Stadt schneller aushungern zu können), sind in J[ericho] viele Vorratskrüge voller Weizen gefunden worden. Die Belagerung der Stadt müsse also nach der Ernte erfolgt sein, wie es Jos 3,15 voraussetzt. Die Belagerungszeit könne zudem nicht lang gewesen sein, da die Krüge voll gefüllt waren; dies decke sich mit der biblischen Angabe einer 7-tägigen Belagerung (vgl. Jos 6,15-20). Normalerweise hätte jeder Angreifer eine eroberte Stadt geplündert und das wertvolle Getreide mitgenommen. Den Israeliten aber war es von Gott verboten, die Stadt zu plündern (vgl. Jos 6,17-19), was sich eben in den aufgefundenen Vorratskrügen dokumentiere."
Gleason L. Archer gibt in seinem Buch "Schwer zu verstehen?" auf Seite 200 ebenfalls eine Darstellung der Faktenlage, die dem oben zitierten National Geographic-Bericht schwer zusetzt und an seiner objektiven Sicht mehr als zweifeln lässt:
Ägyptischer Skarabäus
"Das Zeugnis des Friedhofs der Stadt IV bei Tell es-Sultan (das man allgemein für den Ort des alttestamentlichen Jericho hält) lässt recht überzeugend auf das Datum um 1400 v.Chr. schließen, was völlig mit dem für den Exodus übereinstimmt. Nach mehreren Jahren gründlicher archäologischer Untersuchung entdeckte John Garstang, dass von den vielen Skarabäen, die in den Gräbern dieses Friedhofs gefunden wurden, nicht ein einziger aus der Zeit nach Amenophis III. von Ägypten datiert (1412-1376 v.Chr.). Es kann unmöglich erklärt werden, warum die gefunden Kartuschen von allen späteren Pharaonen keine Skarabäen aufweisen, wenn die Stadt IV tatsächlich Mitte des 13. Jahrhunderts zerstört wurde (wie moderne Gelehrte heute im Allgemeinen vertreten). Warum fanden sich keine Skarabäen aus der Regierungszeit der vielen Pharaonen zwischen Amenophis III. und Ramses II.? Außerdem war unter den 150 000 Tonfragmenten, die auf diesem Friedhof entdeckt wurden, nur eine einzige Scherbe mykenischer Art. Da mykenischer Keramik ab 1400 nach Palästina importiert wurde, ist es schwer erklärbar, weshalb nahezu keine auf dem Friedhof der Stadt IB gefunden wurde, es sei denn, dieser Friedhof wurde gegen 1400 v.Chr. aufgegeben."
Die Bibel ist deutlich vertrauenswürdiger, als man sie im Allgemeinen wahrnimmt und hält objektivem Hinterfragen und Forschen jederzeit stand.




Dienstag, 26. September 2017

Bindeglieder zwischen Affen und Menschen - der untrügliche Beweis für eine stattgefundene Evolution?

Folgender Kurzartikel und Videoclip stellt eine kreationistische Sichtweise auf die Entstehung des Mensch dar. Jegliche Kritik aufgrund wissenschaftlicher Tatsachen ist ausdrücklich erwünscht. "Wahrheitsfindung" aufgrund wissenschaftlicher, faktenbasierter Arbeitsweise, ist ein hohes Gut, für das sich diese Webseite ausdrücklich verbürgt.

Es ist ein heikles Thema - niemand war bei der Entstehung bzw. Erschaffung des Menschen dabei und jeder, der die Evolutionstheorie hinterfragt, hat mit Vorwürfen des Unwissenschaftlichkeit und des Märchenglaubens zu kämpfen. Doch was ist das Ergebnis, wenn man sich tatsächlich damit auseinandersetzt? Wie eindeutig ist die Faktenlage?

Welche Fossilien würde man als Beispiele nennen? Wie groß ist die Aussagekraft dieser Fossilien?


Wenn eine Zeichentrickserie als repräsentative Beispiele nur so schlechte nennen kann - könnte es sein, dass die Evolution des Menschen mehr ein Denkkonstrukt als eine ernstzunehmende wissenschaftliche Theorie ist?

Der Australopithecus Africanus, der Homo Habilis und der Homo Erectus können offensichtlich nur mit sehr viel Fantasie und Ablehnung bekannter Tatsachen als Bindeglieder gedeutet werden. Und leider ist damit auch bereits die Grenze des Fossilberichts erreicht. Statt hunderten eindeutigen Bindegliedern fand man offensichtlich kein einziges.

In der Hoffnung, Bindeglieder zu finden, wurde 41 Jahre lang der Piltdown-Mensch akzeptiert, eine Mischung aus Affen- und Menschenkiefer, das sich als dreiste Fälschung herausstellte und somit nie existierte. Der Nebraska-Mensch, rekonstruiert aus einem Zahn, der sich als Schweinezahn herausstellte, folgte.
Bedauerlicherweise sind die Fossilien, die heute als Bindeglieder akzeptiert werden, nicht unbedingt weniger lächerlich, wie der obige Clip verdeutlicht.

Sonntag, 7. Mai 2017

Russland verbietet Jehovas Zeugen: Ein Zeuge sieht darin die Hand Gottes

Russland hat Jehovas Zeugen verboten, da sie als extremistische Religion eingestuft wird, u.a. weil sie intolerant gegenüber anderen Religionen ist und sich als einzig wahre ansieht.

Der Zeuge Jehovas "Fossilisus", der auf seinem Blog Jehovas Zeugen als einzig wahre Religion zu beweisen und zu verteidigen versucht, sieht das natürlich anders. Dass Jehovas Zeugen selbst zu den eigenen Kindern den Kontakt abbrechen oder zumindest auf ein Mindestmaß beschränken sollen, falls diese die Religion verlassen, ist für ihn nicht extremistisch. Er sieht die Zeugen Jehovas als Christentum nach biblischem Vorbild an und betrachtet das russische Urteil daher als ungeheuerlich.

In einem langen Artikel beschwert sich Fossilisus über die Vorgehensweise der russischen Behörden, mit unhaltbaren und fingierten Beweisen.
"Wenn man [...] sich [die von Russland als extremistisch eingestufte Literatur] durchliest, dann kann man nur zur einem eindeutigen Urteil kommen – Zeugen Jehovas sind in den Augen einiger sicherlich keine wahren Christen, man mag sie ebenso für dumm halten, und mit der Leitung nicht einverstanden sein – aber eines würden wohl die wenigsten nach dieser Gerichtsverhandlung schlussfolgern: dass Zeugen Jehovas extremistisch wären."
Für einen Außenstehenden vielleicht nicht - für jemand, der mal drin war sehr wohl. Ich brauche die immergleichen, eindeutig nachweisbaren Gegebenheiten nicht nochmal ausführen, aber es ist vollkommen klar, dass Jehovas Zeugen mehr der katholischen Kirche in Inquisitionszeiten ähneln als dem Christentum des ersten Jahrhunderts. Das mag für jeden Zeugen Jehovas eine krasse Aussage sein, jedoch stellt sich die Frage, welche andere Religion derart mit Exkommunikation, Schuldgefühlen und Gehirnwäsche arbeitet wie Jehovas Zeugen. Wer hier immer noch nicht zustimmen kann, der sei eingeladen, sich auf diesem Blog etwas tiefer in die Regelungen und Vorgehensweisen, die diesbzgl. bei Jehovas Zeugen vorherrschen, einzulesen.
"Ich verfolgte jeden der Gerichtstage mit Interesse, und für mich sah es sehr positiv aus – das Urteil kam dann wie ein überraschender, harter Schlag ins Gesicht. Laut Forum18.org dauerte die Urteilsverkündung keine 2 Minuten, und wurde völlig unüblich von und in der Gegenwart eines einzelnen Richters ausgesprochen. Eine Begründung für das Urteil? Fehlanzeige! Es gab keine vom Richter – nur eine Aussage vor der Presse der Anklage (Justizministerium) – welche nichts neues beinhaltete außer dem was man vorher den Zeugen Jehovas ankreidete: Die Ablehnung von Bluttransfusionen verstöße gegen russisches Gesundheitsrecht. Zeugen Jehovas würden zum Hass anstiften, und wären eine Gefährdung für Ordnung und Sicherheit. Wieso, weshalb, warum…? Klare Fakten oder Begründungen gab es keine!"
Fossilisus, du musst schon in einer großen Blase leben, dass du nicht erkennst, wieso andere von deiner Religion denken, dass sie hasserfüllt, lebensgefährlich und eine Gefahr für die Gesellschaft wäre. Du bist doch ein kluger Typ - versetze dich doch mal in ihre Lage. Ich bin mir sicher, du wirst selbst die Begründungen finden können, die andere benutzen könnten, um so zu denken.

Und nun kommt der Teil, indem Fossilisus die Opferrolle nutzen, um sich der wahren Religion zugehörig zu fühlen:
"Aber was will man erwarten von einer Welt die „in der Macht dessen liegt, der Böse ist“ (1. Johannes 5:19).
Jesus prophezeite über seine Diener: sie werden ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen. Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen….und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. (Lukas 21:12, 13, 17)
Es ist tatsächlich bereits zu einem Zeugnis ausgeschlagen. Nie zuvor sind Zeugen Jehovas derartigem öffentlichem Interesse begegnet, und wurden in diesem Zusammenhang in vielen Pressemitteilungen mit bedacht."
Wenn der Herr Jesus Christus heute auf die Erde käme und in Russland predigen würde - meinst du, er würde dafür verboten werden, dass er sich gegen Bluttransfusionen aussprach und extremistische Literatur veröffentlichte? Die meisten in Russland ansässigen christliche Kirchen sind deutlich extremer in ihrer Denkweise, als man es den Worten Jesu Christi entnehmen könnte und dennoch nicht verboten, weil sie immer noch weniger extremistisch als Jehovas Zeugen sind. Du vermischt hier die Menschenregeln der Zeugen Jehovas mit der Nachfolge Jesu. Jehovas Zeugen wurden nicht für die Nachfolge Jesu verboten, sondern für Ihre menschlichen Zusatzregeln, die für Russland extremistisch wirken.

Fossilisus sieht sogar Gottes Hand bei dem Prozess:
"Es gab auch unerwartete Lichtblicke während des Prozesses:
1. Am 11. April 2017 feierten Jehovas Zeugen weltweit das Gedächtnismahl, in Erinnerung des Opfertodes Jesu Christi. Dies ist für Zeugen Jehovas der wichtigste Tag im Jahr. Das Gericht und Russland vertagte bemerkenswerterweise ohne Ersuch den Prozess vom 9. April zum 12. April… und hatten dabei sicherlich nicht das Gedächtnismahl der Zeugen Jehovas im Sinn.
2. Eine weitere Vertagung gab es am 12. April bis zum 19. April. Wieder ein besonderes Wochenende für Zeugen Jehovas lag dazwischen, wo weltweit ein Sondervortrag gehalten wurde.
Dank diesen Vertagungen konnten Zeugen Jehovas in Russland ungestört diese beiden für sie wichtigen Ereignisse der Anbetung begehen. Purer Zufall, oder hatte Gott da seine Hände mit im Spiel? – Da darf jeder denken wie er möchte."
Wow - es erinnert mich daran, dass ein Mitglied der Leitenden Körperschaft bei Veröffentlichung der revidierten Neuen-Welt-Übersetzung Gottes Hand im milden Sommer sah, der es ermöglichte, deutlich mehr Exemplare als in einem heißen Sommer möglich zu drucken.

Fossilisus steigert sich noch weiter und vergleicht den russischen Prozess mit der Verurteilung des Sohnes Gottes:
"Die Verurteilung Jesu lief nach einem ähnlichen Schema ab. Pilatus fand „nichts schlechtes“ an Jesus (Matthäus 27: 21-23), überlieferte ihn aber trotzdem auf den Druck des Volkes hin. Das Gericht in Russland fand (davon kann sich jeder überzeugen der das Gerichtsprotokoll liest) ebenfalls nichts schlechtes an Zeugen Jehovas. Aufgrund des Politischen und Religösen Drucks wurden sie dennoch verboten."
Da der tolerante und liberal denkende Fossilisus natürlich nicht zulassen kann, dass jemand auf seinem Blog kritische Kommentare äußert, werden wir wohl nie wissen, ob er meine Ansicht zu seinem Artikel je lesen wird. Ich habe sie ihm dennoch geschickt. Vielleicht wacht auch er eines Tages noch auf.

Ich stelle mir abschließend die Frage, was ich zu einem Fossilisus sagen würde, wenn er denn mit mir spräche. Da er in seiner Denkweise gefangen ist, könnte man ihn, wenn überhaupt, nur sehr sanft und weichesten Fragestellungen zum Hinterfragen seiner Religion bringen. "Manche Christen sehen Jehovas Zeugen als unbiblisch an. Was sagst du zu ihnen, wenn sie dir das sagen?" So wäre es nicht als Kritik formuliert, sondern als ernstgemeinte Frage zu diesem Thema, durch die er sich gewissen Gedanken stellen müsste.
Andererseits geht es dann wieder nur um eine Religion und nicht um Gottes Wege an sich.
Spürst die Leitung von Jesus Christus und vom heiligen Geist bei dir persönlich? Fühlst du dich dem Vater im Himmel nahe? Tröstet er dich, wenn du versagt hast? Hilft er dir, wenn du Kraft brauchst? Oder gehst du den Weg der Zeugen Jehovas, der bedeutet, dass du die Hilfe Gottes hauptsächlich durch "seine Organisation" spüren kannst? ("Wie ein Diener aufmerksam die Hand seines Herrn beobachtet, um dessen Willen zu erkennen, halten Jehovas Diener heute ihre Augen aufmerksam auf die fortschreitende biblisch begründete Anleitung gerichtet, die Jehova ihnen durch seine irdische Organisation zukommen lässt." - Der Wachtturm, 15.02.2003, S. 31)

Update: Die zitierte Passagen wurden am 07.05.2017 seiner Website entnommen. Nachdem Fossilisus meinen Artikel bemerkte, nahm er leichte Änderungen vor. Sollte also ein Unterschied auffallen, liegt es an einer nachträglich Änderung. Natürlich habe ich einen Screenshot von der ursprünglichen Version gemacht. Da Fossilisus ja mitzulesen scheint: Du hast am Ende deines Artikels nun eingeführt "P.S.: Ich hoffe sie konnten den Beitrag in seiner Gänze lesen, ohne sich von Zitatenkleksen daraus auf einer anderen Seite beeinflussen zu lassen." "Sie" wird groß geschrieben, wenn man jemand anspricht. Ich glaube, das hättest du auch ohne Universitätsstudium, von dem jedem Zeugen Jehovas offensiv abgeraten wird, wissen können. Aber schön, dass wir zumindest noch über unsere Webseiten Kontakt haben, wenn du dich schon vor dem persönlichen Gespräch so scheust. Ich hoffe, irgendwann kommt der Tag, an dem nicht mehr Angst dein Hauptantrieb sein wird.

Update 2: Jetzt hast du zwar "Sie" groß geschrieben, aber immer noch einen Kommafehler drin. Schön, dass du hier noch am Ball bist.