Dienstag, 20. August 2019

Die Neue-Welt-Übersetzung und Rettung allein aus Gnade (sola gratia)


Jehovas Zeugen glauben nicht an Rettung allein aus Gnade. Der Wachtturm-Studienartikel vom 01.06.2005 trägt bspw. den Titel "Gerettet durch unverdiente Güte, nicht allein durch Werke", während Paulus z.B. auch in Römer 3:23, 24 sagt, dass der Christ "ohne Verdienst", nicht wegen seiner Werke, gerettet ist und in Epheser 2:8, dass es nicht aus Werken ist. 

Es ist der Hauptpfeiler des biblischen Evangeliums, dass Gott uns nicht zusätzlich zu unseren Werken aus Gnade gerettet hat, sondern allein aus Gnade. Er hat nichts Besonderes im wiedergeborenen Christen erkannt, das ihn besser hätte dastehen lassen, als es andere Menschen tun. "Jehovas Zeugen" hingegen glauben daran, dass Gott in jedem Menschen, den er zu "seiner Organisation führte", etwas Wertvolles erkannt hätte, das andere Menschen nicht hätten (auch in Formulierungen wie solchen wird die Organisation an einen Platz gestellt, der nur Jesus gebührt, denn die Bibel sagt, wir müssen zu Jesus kommen, nicht zu einer Religion oder Organisation).
Ist denn mein Verständnis vom Evangelium biblisch? Im Folgenden habe ich die m.E. klarsten Bibelstellen, zum Thema zusammengestellt, kategorisiert nach (1) Stellen, in denen die Neue-Welt-Übersetzung die Rettung allein aus Gnade verschleiert und (2) Stellen, in denen man auch in der Neuen-Welt-Übersetzung die Rettung allein aus Gnade erkennen kann (wenngleich oft durch etwas eigentümlich anmutende Wortwahl). Ich zitiere jeweils aus der Schlachterübersetzung, der NWÜ 2017 und der NWÜ 1986;


Stellen, in denen in der Neuen-Welt-Übersetzung die Rettung allein aus Gnade unterdrückt wird



Johannes 5:24

„24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
- Schlachter 2000

„Eins steht fest: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und wird nicht verurteilt, sondern ist vom Tod zum Leben hinübergewechselt.“
- NW 2017 (Neue-Welt-Übersetzung Version von 2017)

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben, und er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod zum Leben hinübergegangen.“
- NW 1986 (Neue-Welt-Übersetzung Version von 1986)


1. Thessalonicher 5:9, 10

„9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben sollen.“
- Schlachter 2000

Gott hat uns nämlich nicht dazu bestimmt, seinen Zorn zu verspüren, sondern durch unseren Herrn Jesus Christus gerettet zu werden. 10  Er ist für uns gestorben, damit wir, ob wir wach bleiben oder schlafen, mit ihm zusammen leben.“
- NW 2017

„denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erwerben der Rettung durch unseren Herrn Jesus Christus. 10  Er ist für uns gestorben, damit wir, ob wir wach bleiben oder entschlafen sind, mit ihm zusammen leben sollten.“
- NW 1986


Stellen, in denen in der Neuen-Welt-Übersetzung (Version 2017) die Rettung allein aus Gnade sichtbar ist


Epheser 2:8, 9

„8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; 9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
- Schlachter 2000

„8  Dank dieser unverdienten Güte seid ihr durch Glauben gerettet worden. Und das habt ihr nicht euch selbst zu verdanken, sondern es ist ein Geschenk von Gott. 9  Nein, es ist nicht Taten zu verdanken, damit kein Mensch Grund hat, sich zu rühmen.“
- NW 2017

„8  Durch diese unverdiente Güte seid ihr tatsächlich durch Glauben gerettet worden; und dies habt ihr nicht euch zu verdanken, es ist Gottes Gabe. 9  Nein, es ist nicht Werken zu verdanken, damit kein Mensch Grund zum Rühmen habe.“
- NW 1986


Titus 3:4-7

„4 Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, 5 da hat er uns — nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit — errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes1, 6 den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, 7 damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.“
- Schlachter 2000

„4  Als jedoch die Güte Gottes, unseres Retters, und seine Liebe zur Menschheit offenbar wurden 5  (nicht weil wir irgendwelche gerechten Taten vollbracht hatten, sondern wegen seiner Barmherzigkeit), rettete er uns durch das Bad, das uns zum Leben brachte, und durch unsere Erneuerung durch heiligen Geist. 6  Diesen Geist goss er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns aus, 7  damit wir, nachdem wir durch seine unverdiente Güte für gerecht erklärt worden sind, das ewige Leben erben, auf das wir hoffen.“
- NW 2017

„4  Als jedoch die Güte und die Liebe zum Menschen auf seiten unseres Retters, Gottes, offenbar wurde, 5  rettete er uns, nicht zufolge von Werken, die wir in Gerechtigkeit vollbracht hätten, sondern gemäß seiner Barmherzigkeit durch das Bad, das uns zum Leben brachte, und durch unsere Erneuerung durch heiligen Geist. 6  Diesen [Geist] goß er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns aus, 7  damit wir, nachdem wir kraft dessen unverdienter Güte gerechtgesprochen worden sind, Erben würden gemäß einer Hoffnung auf ewiges Leben.“
- NW 1986


2. Timotheus 1:9

„9 Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde“
- Schlachter 2000

„9  Er hat uns gerettet und uns mit einer heiligen Berufung berufen, aber nicht wegen unserer Taten, sondern weil es sein Wille war und aus unverdienter Güte. Diese wurde uns in Verbindung mit Christus Jesus schon vor langen Zeiten geschenkt,“
- NW 2017

„Er hat uns gerettet und uns mit einer heiligen Berufung berufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und unverdienter Güte. Diese wurde uns in Verbindung mit Christus Jesus vor langwährenden Zeiten verliehen,“
- NW 1986

  
Römer 3:23, 24

„denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade 6 aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“
- Schlachter 2000

„Schließlich haben alle gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. 24  Doch als Geschenk werden sie durch seine unverdiente Güte für gerecht erklärt aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld.“
- NW 2017

„Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, 24  und als freie Gabe werden sie durch seine unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus [bezahlte] Lösegeld.“
- NW 1986


Römer 11:6

„Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade; wenn aber um der Werke willen, so ist es nicht mehr Gnade, sonst ist das Werk nicht mehr Werk.“
- Schlachter 2000

„Wenn es nun aus unverdienter Güte ist, dann ist es nicht mehr aufgrund von Taten. Sonst wäre die unverdiente Güte nicht mehr unverdiente Güte.“
- NW 2017

„Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht mehr als unverdiente Güte.“
- NW 1986


1. Johannes 5:11-13

„11 Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. 13 Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr [auch weiterhin] an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.“
- Schlachter 2000

„11  Und darin besteht das Zeugnis: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 12  Wer mit dem Sohn verbunden ist, hat dieses Leben. Wer nicht mit dem Sohn Gottes verbunden ist, hat dieses Leben nicht. 13  Ich schreibe euch das alles, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, ihr, die ihr an den Namen von Gottes Sohn glaubt.“
- NW 2017

„11  Und darin besteht das gegebene Zeugnis, daß Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 12  Wer den Sohn hat, hat dieses Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat dieses Leben nicht. 13  Ich schreibe euch diese Dinge, damit ihr wißt, daß ihr ewiges Leben habt, ihr, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.“
- NW 1986

Freitag, 25. Januar 2019

Was lehrt die Bibel über den Tod und den Zustand der Toten?

Folgende Abhandlung ist entstanden, als sich ein Bruder rein anhand der Bibel mit dem Thema "Zustand der Toten" beschäftigt hat. An vielen Stellen merkt man, dass er aus der Sicht eines mit der Lehre der Zeugen Jehovas Vertrauten geschrieben ist. Nichtsdestotrotz rein anhand von Bibelstellen argumentiert und ist so für jeden Wahrheitssucher nützlich. Offensichtlich spricht die Bibel eine klare Sprache zu dem Thema. Auch inwieweit in Gottes Augen Ungerechte Menschen eine zweite Chance bekommen und inwieweit der Tod ein schlafähnlicher Zustand sei. Die Abhandlung ist außerdem in gedruckter Form an manchen bibeltreuen Informationsständen in deutschen Innenstädten erhältlich. Man sollte eigentlich meinen, dass man hunderte Seiten dicke Bücher über die Aussagen der Bibel zum Zustand der Toten schreiben könnte. Aber de facto gibt es nur die nachfolgend genannten 35-40 Bibelstellen, die darüber sprechen. Mehr eindeutige Stellen gibt es nicht in der Bibel. Eine PDF-Version des Artikel ist hier abrufbar.

Was sagt die Bibel über den Tod und den Zustand der Toten?


Ist der Tod ein schlafähnlicher Zustand, wie es Salomo (Prediger 9) und Jesus (Joh. 11) anzudeuten scheinen?

Ist der Tod identisch mit Nichtexistenz oder existiert etwas nach dem körperlichen Tod weiter?



Wenn nicht anders vermerkt zitiert aus der Schlachter-Übersetzung (SCH2000)

I. Was bezeichnet die Bibel als „Seele“?

Dienstag, 25. September 2018

Neue Kleiderordnung bei Jehovas Zeugen

Eigentlich sind sie nicht wirklich neu, aber so plastisch wurden sie selten dargestellt.
Zwar gab es schonmal zwei Darstellungen von vermeintlich zu engen Hosen und einer hippen Frisur, die als völlig unpassend dargestellt wurden, aber nun scheint es in neue Extreme zu gehen, was die Kleidungsregeln betrifft.

In der Wachtturm-Studienausgabe vom Juli 2018 wird auf den Seiten 24 und 25 folgendes dargestellt:


Der Text zum Bild lautet:

"Leider haben einige den Geist der Welt übernommen. Sie unterscheiden sich kaum noch von Menschen, die Gott nicht dienen (1. Kor. 2:12). Der Geist der Welt fördert selbstsüchtige Begierden (Eph. 2:3). Zum Beispiel wurden zu dem Thema äußere Erscheinung schon viele Hinweise gegeben. Trotzdem ziehen sich einige unpassend an. Sie tragen sehr enge, entblößende Kleidung, sogar bei Zusammenkünften. Oder sie haben sehr auffällige Frisuren (1. Tim. 2:9, 10). So ist es in einer Menschenmenge schwer zu unterscheiden, wer ein Freund Jehovas und wer ein Freund der Welt ist (Jak. 4:4).
Auch durch ihr Verhalten unterscheiden sich einige kaum von der Welt. Wie sie auf Partys tanzen und sich dort benehmen, passt nicht zu Christen — genauso wenig wie bestimmte Fotos und Kommentare in sozialen Netzwerken. Auch wenn sie keine schwere Sünde begangen haben, für die sie zurechtgewiesen werden müssten, haben sie dennoch keinen guten Einfluss auf Gleichaltrige, die einen guten Lebenswandel führen möchten. (Lies 1. Petrus 2:11, 12.)"

Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, wenn man das kommentieren will. Ich fange mal an:

Der Mann auf dem Bild links hat folgende "anstößigen Dinge" aus Sicht der Organisation an sich:
  • Längerer Seitenscheitel (Er könnte problemlos damit in einer Bank arbeiten - bei den Zeugen ist er damit jedoch schon unten durch.)
  • Kein Jackett, kein Sakko. (Ich wusste gar nicht, dass das ein biblisches Erfordernis ist.)
  • Hochgekrempeltes Hemd
  • Armkettchen. (Anscheinend viel zu modisch.)
  • Modisch-schmale Krawatte.
  • Gut sitzende Hose.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass man schneller Ältester wird, wenn man einen 40 Euro C&A-Anzug, der geschnitten wie ein Müllsack ist, besitzt.

Die Frau links hat folgende Merkmale, die aus Sicht der Zeugen Jehovas wohl ein Nogo sind:
  • Man sieht die Oberarme.
  • Das Kleid geht nicht über das Knie.
  • Sie hat zwar keinen Ausschnitt, aber einen etwas weiteren V-Ausschnitt.
Des Weiteren ist es lt. diesem Artikel ein Erfordernis für Christen, in einer Menschenmenge anders auszusehen. Auf Biegen und Brechen muss man also etwas besonderes, ein Übermensch sein. Es kann nicht angehen, dass ein Zeuge Jehovas nicht gleichgeschaltet aussieht - als Mann glattrasiert und möglichst unmodisch und als Frau bitte mit bedeckten Oberarmen sowie Knien.

Ich glaube, jeglicher weiterer Kommentar erübrigt sich. Ich bin Christ und ich habe viele Gottesdienste anderer christlicher Religionen erlebt. Dass jemals über solche Dinge gesprochen wurde jedoch nicht. Und nun stellt euch vor: Dort ist mir trotzdem keiner als unpassend gekleidet aufgefallen. Frauen haben sich meistens nicht sehr freizügig gekleidet und Männer liefen auch ordentlich herum. Vermutlich werden pharisäische Regeln nur von denen benötigt, die in ihre Fußstapfen treten wollen.


Montag, 18. Juni 2018

Lauren Stewart - die Zeugin Jehovas, die ihre Familie umbrachte

Der Fall ist leider viel zu krass, als dass ich nicht kurz darauf hinweisen könnte.

Die ausgeschlossene Amerikanerin Lauren Stewart hat ihre Familie, sowohl Mann als auch Kinder, umgebracht, weil sie daran glaubte, dass sie nur so die Chance auf die Auferstehung auf Gottes neuer paradiesischer Erde haben.
Jehovas Zeugen glauben nämlich, dass nahezu jeder, der vor dem zweiten Wiederkommen Jesu stirbt, eine zweite Chance auf Gottes neuer Erde in Gottes Tausendjährigem Reich bekommt.
Bedauerlicherweise führte diese Lehre bei Lauren Stewart dazu, dass sie die einzige Möglichkeit zur "Rettung" ihrer Familie darin sah, alle umzubringen.

An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass diese Lehre der zweiten Chance offensichtlich unbiblisch ist. Die Bibel lehrt stattdessen, dass das, was wir in diesem Leben tun, darüber entscheidet, wo wir die Ewigkeit verbringen und es nicht darauf ankommt, ob wir vor dem Gerichtstag Gottes (Jesu zweites Kommen) sterben oder nicht. Eine zweite Chance für nahezu jedermann kennt die Bibel nicht.

Neben Depressionen führte der Glauben an die eigenartige Theologie der Zeugen Jehovas dazu, dass Lauren Stewart ihre Familie hinschlachtete. Leider nahmen nicht sehr viele Menschen davon Kenntnis. Es sollte ein Alarmzeichen dafür sein, dass mit den Auslegungen der Zeugen Jehovas offensichtlich irgendwas nicht stimmt.

Quelle: https://www.christianpost.com/news/woman-who-killed-self-entire-family-shunned-by-jehovahs-witnesses-for-sending-kids-to-college-218658/


Montag, 28. Mai 2018

Gender Mainstreaming und das Frauenbild in Solo: A Star Wars Story

Es ist recht erstaunlich, wie mit den neuen Star Wars-Filmen Gender Mainstreaming Einzug gehalten hat. Während früher Sturmtruppler ausschließlich Männer waren, sind es "heute" auch Frauen. Im neuen Han Solo ist der vermeintliche Bösewicht in einer sehr männlich wirkenden Rüstung eine zierliche junge Frau. Es scheint wie mit einem Holzhammer in die Menschen eingehämmert zu werden: Dein Geschlecht ist egal, wenn es um Dinge wie Autorität, Körperstärke und Führungsaufgaben geht.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist ja wirklich wunderbar, wenn Frauen nun ihre Technikbegeisterung (falls vorhanden) oder ihre Leidenschaft für Kampfsport o.ä. ausleben können, ohne durch gesellschaftliche Klischees davon abgehalten zu werden. Es hat halt nur nichts mit der Realität zu tun. Der überwiegende Großteil der Frauen, mit denen ich darüber gesprochen habe, erzählt mir, dass sie sich medial immer mehr misrepräsentiert fühlen und, sollten sie es wagen, ihr Glück nicht in Karriere oder Feminismus zu suchen, sondern in einem klassischen, heterosexuellen Familienleben, so wird nicht selten auf sie herabgeblickt.

Aus biblischer Sicht verwundert all dies nicht - es ist wohl sogar ein Zeichen der "Endzeit", dass Widernatürlichkeit immer mehr als Natürlichkeit dargestellt wird. Und man muss natürlich nochmals betonen, dass dies nicht heißt, das althergebrachte europäische Geschlechterrollenbild sei das einzig wahre. Es ist schon gut so, dass sich Frauen selbst für die Ausrichtung entscheiden dürfen, in der sie ihre Stärken sehen und worin sie Freude und Erfüllung finden. Aber diese kann häufig eben auch anders ausfallen, als es es vom Feminismus propagiert wird. Wer keine wirtschaftliche Führungsposition und keine 50h-Woche haben möchte, der muss auch nicht dorthinein "geprügelt" werden, nur um gleichauf mit Männern zu sein, die sich das antun wollen. Wenn es sich eine Frau freiwillig antun will, so soll sie es auch tun können, das sehe ich sicherlich genauso wie aktuelle "Gender Mainstreamer".

Mittwoch, 16. Mai 2018

Johannes Hartl - ein katholisch-charismatischer Verführer?

Da ich keine Abhandlung gefunden habe, die in meinen Augen ausgeglichen und fair ist, möchte ich diese hiermit selbst stellen.

Johannes Hartl ist aktuell einer der beliebtesten Vortragsredner in der christlichen Szene. Wenn man ihn reden hört, so würde man ihn als freikirchlichen oder evangelischen Prediger einstufen. Doch weit gefehlt: Es mag verwundern, wenn man dann hört, dass er katholischer Theologe ist.
Rudolf Ebertshäuser, Hans-Werner Deppe und Michael Kotsch haben lange Artikel darüber geschrieben, dass ihrer Meinung nach Hartl unterschwellig den Katholizismus verteidigt und schmackhaft macht. Abgesehen davon bezeichnet er sich selbst als Charismatiker und die drei Herren sprechen sich ebenfalls stark gegen Charismatik jeglicher Art aus (übrigens bin auch ich selbst weder Katholik noch Charismatiker).

Wenn ich Johannes Hartl nur nach dem beurteile, was er von sich gibt (von dem was ich in den letzten Monaten gehört und gelesen habe), so brennt er für Jesus und es ist ihm ein Herzensanliegen, Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Katholische Inhalte konnte ich keine erkennen. Ich freue mich sehr darüber, dass es Katholiken gibt, die so sehr für Jesus brennen. Wie er unbiblische Praktiken in der katholischen Kirche wie die Marienverehrung oder das Zölibat rechtfertigen kann weiß ich nicht. Darüber habe ich nichts gefunden und es macht für mich auch wenig Sinn, wie man aufgrund dieser und anderer Dinge als Christ guten Gewissens Katholik sein kann. Es wäre interessant, wie er es selbst erklären würde. Bis dahin kann ich ihn nur danach beurteilen, was er von sich gibt und das finde ich biblisch und gut. Zudem habe ich kein Messgerät für den Heiligen Geist und kann nicht Gottes Warte einnehmen, wer nun wirklich wiedergeboren ist und wer nur so scheint, als sei er es.

Bis auf Weiteres finde ich Johannes Hartls Vorträge wertvoll und bedenkenlos weiterzuempfehlen. Nichtsdestotrotz werde ich gewissenhaft darauf achten, ob ich noch irgendwo klar unbiblische Inhalten in seinem Reden entdecken sollte. Bisher habe ich dies nicht.

Was Rudolf Ebertshäuser, Hans-Werner Deppe und Michael Kotsch betrifft, so frage ich mich, ob sie nicht in ein gesetzlich anmutendes Extrem gegangen sind, in dem sie sich so klar gegen Hartl aussprechen. So nach dem Motto: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf." Besonders Ebertshäuser hat sich ja einen Namen gemacht, indem er Pauschalurteile über Musik getroffen hat und einzelne Lieder beurteilt, ob sie für einen Christen geeignet seien oder nicht. So als ob er das letztlich beurteilen könnte und es keine Gewissensentscheidung des einzelnen Christen ist. Das wirkt auf mich sehr eigenartig, wenngleich er ja eigentlich vernünftig wirkt, wenn man einen ganzen Vortrag von ihm anhört. Ich will mich jedoch des Urteilens enthalten, es Gott überlassen und eine Stimme der Vernunft und Ausgeglichenheit sein.



Und noch ein schönes Lied von ihm:


Dienstag, 15. Mai 2018

Mateja Meded stellt sich gegen Religion und Christentum

Ein neuer Artikel in der Zeit schließt mit folgender Aussage:

"Ich würde gern die Heilige Schrift umschreiben: Am Anfang schuf Gott den Mann, und dann, aus seiner Rippe, die Frau. Und da erschien Nebel, und heraus kam noch eine Frau und sie erschuf sich eigenhändig ein Schwert und rammte es Gott in den Bauch und sprach: "Mich hat eine Frau erschaffen und nicht du. Und nun mach Platz und nimm deine Stockholmsyndrom-Frauen mit, denn jetzt kommen wir. Und wir bauen eine neue Welt, die auf Selbstliebe, Empathie und Sensibilität beruht und in der die Natur und die Tiere verehrt werden.""

Es wurde in der Bibel prophezeit, dass einst die Schöpfung mehr als der Schöpfer verehrt werden würde, ebenso wie sich gegen die natürlich Ordnung an sich aufgelehnt und sie verdreht wird (und ich spreche nicht von dem geringen Prozentsatz von homosexuellen Menschen, die laut Wikipedia in Deutschland 3% der Bevölkerung ausmachen). Ob sich die Autorin überhaupt dessen bewusst ist, dass sie genau so schreibt, wie es die Bibel schon seit langem vorhersagt?